| Mythen und Wahrheiten über Cellulite |
| Freitag, 21. August 2009 um 12:59 Uhr |
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Während das weibliche Geschlecht in Orangenhaut einen schwerwiegenden Beauty-Mangel sieht, ist den meisten Männern genau diese – vollkommen gleichgültig. Das haben zahlreiche Umfragen erwiesen. Dennoch ist und bleibt Cellulite ein brandaktuelles Thema. Das weiß auch die Beauty-Forschung und bringt in jedem Sommer eine Reihe von neuen, effektiven Produkten auf den Markt. Besonders hartnäckig hält sich der Mythos, die lästige Orangenhaut an Beinen, Po, Armen und Busen sei eine Folge von Übergewicht. Falsch, wissen Kosmetologen: Cellulite hat nichts mit überflüssigen Pfunden zu tun, sondern mit der Struktur des Bindegewebes. Bei Frauen hat die Natur darauf geachtet, dass sich das Gewebe bei einer Schwangerschaft ausdehnen kann. Deshalb sind die einzelnen Bindegewebsstränge parallel angelegt – und bieten Fettzellen so die Möglichkeit, sich um bis zu 60 Prozent auszudehnen und zu verklumpen. Diese Ansammlungen hemmen den Lymphfluss, Wasser wird in das umliegende Gewebe gedrückt und verursacht dort die typischen Dellen. Die Stärke des Bindegewebes ist aber primär erblich, dazu kommt, dass die Elastizität mit zunehmendem Alter nachlässt. Faktoren wie Übergewicht oder schlechte Lebensgewohnheiten spielen nur eine Nebenrolle. Das Gerücht, Anti-Cellulite-Produkte könnten gar nicht wirksam sein, weil sie nicht bis in die tieferen Hautschichten vordringen, haben Beauty-Wissenschaftler mittlerweile ebenfalls ins Reich der Märchen verbannt. Ausgeklügelte Mini-Transporter in Form von winzigen Kügelchen überlisten heute jede Barriere und bringen die Wirkstoffe genau dorthin, wo sie ihre Arbeit machen können. Die besteht in mehreren Schritten: Die neuen High-Tech-Produkte im Kampf gegen die Orangenhaut beeinflussen Fettabbau und Fettspeicherung der Hautzellen. Sie stärken die Struktur und Festigkeit des Bindegewebes und kurbeln den Zellstoffwechsel an. Zusätzlich glätten diese Produkte die Hautoberfläche. Vor allem zwei Wirkstoffe haben sich im Kampf gegen die Cellulite als besonders effektiv erwiesen: Koffein lässt nachweislich die Fettzellen im Gewebe schmelzen; Vitamin A, also Retinol, fördert die Bildung von Kollagen, Hauptbestandteil der Elastinfasern des Körpers. Darüber hinaus haben auch marine Wirkstoffe wie Algen oder natürliche Essenzen etwa aus Minze oder Lilie ihre Wirksamkeit im Kampf gegen Cellulite unter Beweis gestellt und kommen verstärkt zum Einsatz. Optische Diffusoren wirken zudem wie ein Weichzeichner und lassen Unebenheiten sofort nach dem Auftragen verschwinden. Um die Wirkung dieser High-Tech-Produkte zu unterstützen, kann man selbst eine Menge tun: Massage ist eines der Schlüsselwörter. Sie kurbelt die Durchblutung der Haut an und macht so den Mikro-Transportern den Weg in die tiefen Hautschichten leichter. Einige Anti-Cellulite-Produkte werden deshalb auch mit speziellen Massagebürstchen oder -rollern angeboten. Darüber hinaus kann man bei der täglichen Dusche Stoffwechsel und Blutkreislauf mit einem Sisalhandschuh auf Touren bringen. Wer empfindliche Haut hat, benutzt am besten einen Frotteewaschlappen. Eine große Rolle im Duell mit den Dellen spielen auch persönliche Lebensgewohnheiten: Rauchen fördert die Bildung von Cellulite, weil Nikotin die Gefäße verengt und so den Sauerstofftransport in die Zellen verlangsamt. Ungeschützte Sonnenbäder sind ebenfalls ein Risikofaktor, weil die UV-Strahlen die Elastinfasern im Gewebe zerstören. Auch auf stark gesalzenes Essen sollte man besser verzichten: Salz erhöht die Wassereinlagerungen im Körper. Wer dann und wann mit den Pfunden kämpft, sollte über eine langfristige Ernährungsumstellung nachdenken. Bei Blitzdiäten stellt sich schnell der Yo-Yo-Effekt aus Abnehmen und Zunehmen ein – das schwächt das Bindegewebe. Auch Stress zählt zu den Risikofaktoren. Kosmetische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Ausschüttung stressbedingten Kortisols die Zunahme von Fettzellen fördert. Neben effektiven Beauty-Produkten, Massage und einer gesunden Ernährung, gibt es kaum etwas, was der Cellulite so wirkungsvoll den Garaus macht wie Bewegung. Treppensteigen, Schwimmen, Radfahren oder Aquagymnastik sind wirkungsvolle Verbündete. Schon eine Viertelstunde täglich lässt körpereigene Fettzellen schwinden, fördert die Lebensdauer der Elastin-Fasern und lässt schädliche Schlacken verschwinden |
